Geschichte des RVT

1949   Die "Schule an den Teichwiesen" entsteht durch Teilung der "Schule im Allhorn" in Hamburg-Volksdorf. 1952 baut der Junglehrer Gerd Schäfer nach mehreren Lehrgängen an der Schulbehörde eine Ruderriege auf und beginnt noch im gleichen Jahr mit dem Rudern.
 
1957   Schüler und Ehemalige finden sich zusammen, um im Werkraum der Schule ein funktionsfähiges Ruderboot aus der überlassenen Ruine eines alten Bootes wieder entstehen zu lassen und einen Kellerraum der Schule zum Ruderkeller auszubauen. Im Sommer 1958 wird dieses erste eigene Boot feierlich auf den Namen "Troll" getauft und der Schülerruderverein Teichwiesen (SRVT) formell gegründet.
 
1961-1962   Von den rund 80 Mitgliedern sind 55 Schüler und 25 Ehemalige. Der Verein wächst weiter und mit ihm der Bedarf an Booten. 1961 und 1962 sind 7 Boote in Dienst gestellt, die bis auf eines alle gebraucht oder gar schrottreif übernommen worden. Die Schüler haben ihren Stützpunkt im Bootshaus der Schulbehörde an der Alster in Höhe Deelböge; die Ehemaligen mieten zusätzlichen Bootslagerraum bei der benachbarten Bootswerft.
 
1965   Auf Initiative von Gerd Schäfer finden sich im Jahre 1965 vierzehn Eltern, ehemalige Schüler und Lehrer zusammen, um die Gründung des Rudervereins an den Teichwiesen (RVT) vorzubereiten. Am 14. Mai 1965 verabschiedet die Gründungsversammlung diese Satzung, und man legt sie dem Vereinsregister vor. Man besteht vornehmlich aus Vätern von Schülern. Damit ist unser heutiger Verein geboren. "Erstes und vornehmstes Ziel des Vereins ist die Förderung des Schulrudersportes an der Schule an den Teichwiesen…". Nur Schüler, ehemalige Schüler, Lehrer oder Eltern von Teichwiesen-Schülern dürfen Mitglied werden. Der Verein hat noch kein Vermögen. Die aus Spenden und Zuschüssen des Schulvereins vorher beschafften Boote beansprucht die Schule bzw. der Schülerruderverein.
 
1968   Eine überarbeitete Satzung sieht vor, das Schulrudern weiterhin zu fördern, es kann nun aber auch Jeder Mitglied werden, der nur rudern will.
 
1969-71   Es erfolgt die Aufnahme des Vereins in den Deutschen Ruderverband und in den Allgemeinen Alster-Club. Der Verein wächst weiter, besitzt aber noch kein eigenes Bootshaus.
 
1977-79   Der Verein schließt mit den Hamburger Behörden einen Pachtvertrag für das Vereinsgrundstück an der Alsterkrugchaussee 222 ab. Im Januar 1977 feiert der Verein Richtfest für das neue Bootshaus. Der Ausbau des von den Bauarbeitern zurückgelassenen Gerippes, des Vorplatzes und des Bootssteges geschieht danach in Eigenhilfe. Die Bauarbeiten ziehen sich bis zur endgültigen Bootshauseinweihung im Juni 1979 hin.
 
1979-83   Die Mitgliederzahl steigt auf 175, die Mitglieder kommen nun aus ganz anderen Stadtgebieten und Schulen als vorher. Der Anteil von erwachsenen Mitgliedern wird größer als der von Schülern und Jugendlichen, auch der Anteil weiblicher Ruderer steigt an.
 
1980   "Das Gelbe Blatt" wird ins Leben gerufen und erscheint am 25. Oktober erstmals mit 16 Seiten Umfang.
 
1981   Die erste Medaille für den RVT bei Meisterschaften. Birgit Block, Martina Müller, Astrid Jakobeit, Petra Erich, Stf. Elke Wille erreichen Bronze auf der DJM im JF 4+.
 
1982   Der RVT tritt ins Licht der Öffentlichkeit: Etwa 550 Ruderinnen und Ruderer aus dem ganzen Bundesgebiet und einigen Nachbarländern treffen sich am Wochenende vom 24. bis 26. September in Hamburg zum 17. DRV-Wanderruderertreffen. Die Leitung der Organisation hat unser Vereinsmitglied Klaus Lange inne.
 
1983   Es geht aufwärts im Rennsport!
  • Silber auf der DJM für Maren Lange und Irene Gewecke (Harburger RC) im 2-. Nominierung zur Junioren-WM, Es wird Bronze im JF 8+ erkämpft.
  • Die erste Medaille für Alrun Urbach: Sie belegt den 3. Platz im "Schweren Einer".
 
1984   Das Erfolgsjahr im Rennsport!
  • Alrun Urbach qualifiziert sich für die WM der Leichtgewichte in Montreal (außerdem ist sie jeweils Vizemeisterin im schweren 1x und 4x+). Sie gewinnt dort nicht nur den WM-Titel, sondern die Kanadischen Meisterschaften und die altehrwürdige Royal-Henley-Regatta.
  • Martina Müller, Adelheid Urbach, Swantje Gottesleben, Petra Erich, Stf. Regina Lahmann belegen im 4x+ auf dem "Eichkranz" (die Deutsche Meisterschaft der B-Senioren, U 23) den 2. Platz, auf der DM den 3. Platz und qualifizieren sich damit für das "Match des Seniors" in Kopenhagen (Weltmeisterschaft der B-Senioren, U 23, später "Nations Cup" genannt). Eine reine RVT-Vereinsmannschaft trägt das Nationaltrikot. Sie erkämpfen sich gegen Mannschaften, die für die Olympiade qualifiziert waren, Rang 3.
  • Die Junioren belegten auf der DJM mit Corinna Struck, Beate Timmermann, Maren Lange, Irene Gewecke/ Stf. Birgit Michaelis (HRC 25) im JF 4+ den 2. Platz, im JF 2- den 3. Platz. Damit wurden sie für die Bildung der Nationalmannschaft nominiert.
  • Silber auf der Junioren WM im JF 8+.
 
1985   Zu den bereits vorher genannten erfolgreichen Aktiven gesellen sich die Riemenruderinnen Sabine Wilhelmi, Claudia Delorme und Birgit Heidtmann, Stf. Sandra Koops.
  • Alrun und Brigitte Hellmers (Hannoverscher RC) errudern sich auf der DM im 2x Lg einen 2. Platz und werden für die WM nominiert.
  • Sie werden bei der WM in Hazewinkel hinter Großbritannien Vizeweltmeister.
  • Auf der DM und auf dem "Eichkranz" werden Medaillenränge im 4x, 2x, 2- und 4+ erreicht.
 
1986   Die ersten "Eichkranz"-Siege!
  • Gewinn des Titels im 4- Lg für Maren Lange, Gaby Raflewsky-Bach (Kiel), Dagmar Ludwig (Osterholz-Scharmbeck), Adelheid Urbach,
  • ebenso der Titel im 2x Lg für Gaby und Adelheid. Damit qualifizieren sie sich für das "Match des Seniors" (später "Nationscup" genannt) und belegen dort einen 2. Platz.
  • Alrun und Brigitte werden Vizemeister im 2x Lg.
  • Alrun wird für die WM in Nottingham als Ersatz nominiert.
 
1987   Das Jahr der 2. Plätze!
  • DM Silber im 4x mit Brigitte Hellmers, Alrun Urbach, Adelheid Urbach, Swantje Gottesleben
  • und 2. Platz durch Alrun und Brigitte im 2x Lg.
  • Auf dem "Eichkranz" einen 2. Platz durch Swantje mit Britta Gerken (Ratzeburg) und einen Vizemeister durch Adelheid im schweren1x, außerdem Bronze im 4- Lg, durch Maren Lange, Gaby Niemann (Hamburger Ruderinnen-Club) , Britta Gerken (Ratzeburg) und Swantje Gottesleben.
  • Adelheid wird als Ersatz (für den 1x) für das "Match des Seniors" (später "Nationscup" genannt) nominiert.
 
1988   Die erste Deutsche Meisterschaft!
  • Die l. Deutsche Meisterschaft für Christiane Weber und Alrun Urbach im Lg 2x, noch dazu als reine Vereinsmannschaft.
  • WM-Nominierung und ein l. Platz in Mailand, zudem ein 2. Platz im 4- Lg mit Ute Zobeley (Karlsruhe) und Claudia Engels (Heidelberg).
  • Die l. Medaille für einen Herren auf Deutschen Meisterschaften: Sven Bück wird auf der DJM Vizemeister im 8+ Lg.
  • Verena Schulz belegt mit Partnerin Ruth Kaps (Gießen) einen 2. Platz im 2x auf dem "Eichkranz".
 
1989   Zweite Deutsche Meisterschaft!
  • Zweiter DM-Sieg im 2x Lg für Alrun Urbach und Christiane Weber
  • Sieg in Luzern und Bronze in Bled auf der WM.
  • Titel des Internationalen Deutschen Hochschulmeisters im 4x für Silke Bendfeldt, Swantje Gottesleben, Adelheid Urbach und Petra Erich
 
1985-89   Das Bootshaus wird in mehreren Etappen erweitert. Es lagern dort nicht nur die eigenen Boote des RVT sondern anfangs auch Boote des SRV Pinguin, des benachbarten Studentenwohnheims sowie einige Privatboote. Der Verein erhält eine Jugendordnung. Bei uns rudern nun etliche Schülergruppen: SRV Teichwiesen, Gymnasium Marienthal, Gymnasium Müssenredder (1988 umbenannt in Carl-von-Ossietzky-Gymnasium), Walddörfer-Gymnasiums und Albert-Schweitzer-Schule. 1987 erreicht die Mitgliederzahl 200.
 
1990   Das Bootshaus erhält Telefonanschluss. Der RVT feiert sein 25 jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen:
  • Lauf "Rund um die Teichwiesen" am 14.3,
  • Fotoausstellung, Filmvorführungen, Festakt und "Gelb-Schwarze-Nacht" am und im erweiterten Bootshaus am 12.5.
  • AAC/NRB-Zielfahrt zum RVT, Jazz-Frühschoppen am Bootshaus am 13.5.,
  • Jubiläums-Wanderfahrt von Schnackenburg nach Hamburg vom 19.5. bis 26.5.
 
1991   Christiane Weber wird mit Claudia Waldi aus Leverkusen in Wien Weltmeisterin im LG-Doppelzweier. Zwei Tage später übernimmt sie als Lehrerin in unserer "Mutterschule" an den Teichwiesen eine erste Klasse. Gerd Schäfer geht in Pension, bliebt aber Protektor des SRVT.
 
1992   Christiane Weber und Claudia Waldi wiederholen ihren Vorjahressieg bei der Leichtgewicht-WM in Montreal: Fotofinish vor Kanada und den USA.
 
1993   Christiane Weber bleibt nach einer Spritze gegen Ischias-Schmerzen zeitweilig gelähmt und kann erst ein Jahr später wieder trainieren.
 
1994   Die Mitgliederzahl sinkt mit 192 zum ersten Mal seit 1987 wieder unter 200. Unser Gründungsmitglied Uli Glimm stirbt mit 73 Jahren, Karin Joost stirbt mit 42 Jahren nach einem Unfall.

Birger Joost und René Nennhaus vom RV Wandsbek gewinnen im Achter Silber bei der Junioren Weltmeisterschaft. Beim 19. Wanderrudertreffen des DRV ist der RVT und der RV Wandsbek Zielpunkt von über 500 Ruderern.
 
1995   Bootstaufe "Uli Glimm", des ersten Bootes, dessen Namen nicht mit "T" beginnt. Eine Altherren-Vierer-Mannschaft geht mit einem ungedeckten Boot im Reiherstieg unter.
 
1996   Beim Abrudern der Hamburger Vereine zum RVT werden drei gedeckte Wanderboote getauft ("Tatterich", "Tüdelbüdel" und "Trude"). Anlass war das unfreiwillige Bad einer Altherren-Vierer-Mannschaft im Reiherstieg ein Jahr zuvor. Gründungsmitglied Karl Drewes verstirbt mit 74 Jahren.
 
1997   Starke Regenfälle lassen Lecks im Bootshausdach erkennen, was eine Sanierung unumgänglich macht. Das Bootshaus erhält neue hölzerne Hallentore.
 
1998   Beginn der Verhandlung über die Verlängerung des Grundstücks-Pachtvertrages zwischen RVT, Sportamt und Bezirksamt Hamburg-Nord über das Jahr 2003 hinaus. Dies war Bedingung für einen beim HSB beantragten Zuschuss zur Dachsanierung. Nach mehrjähriger Vorbereitung wird nun der große Flaggenmast mit Flutlicht aufgerichtet.

Hausfrauen unter Terrorismusverdacht! Die Wasserschutzpolizei zwingt den Damen-Vierer auf der Außenalster, einen größeren Abstand zum Ufer gegenüber dem USA-Generalkonsulat einzuhalten. Sie könnten ja mit Al-Quaida unter einer Decke stecken.

Sieg von Frank Wollenweber im leichten Einer bei der offenen Landesmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommern.
 
1999   Die Debis-Betriebsportgruppe, seit 1997 im RVT, nimmt erstmals an der Hamburger Betriebsportregatta teil und erreicht in vier Rennen jeweils einen 1., 2., 4. und 5. Platz.

Swantje Gottesleben stirbt 34jährig nach einem Verkehrsunfall. Sie gehörte in den 80er Jahren zu den erfolgreichsten Rennruderinnen des RVT.
 
2000   Rita Hendes nimmt als Trainerin des deutschen Leichtgewichts-Vierers "ohne" an den Olympischen Spielen in Sydney teil. Die Debis-Betriebsportgruppe wiederholt ihren Vorjahreserfolg bei der Hamburger Betriebsportregatta in vier Rennen mit drei 1. und einem dritten Platz. In der Mannschaftswertung erringt sie den 3.Rang. Der RVT richtet die letzte saisonale Sternfahrt des AAC/NRB mit über 70 Ruderern/Ruderinnen aus.
 
2001   Im März wird der seit Jahren geplante Einbau einer Sauna abgeschlossen. Der Probelauf - wenige Tage vor der Mitgliederversammlung im Frühjahr - ist erfolgreich.
 
2002   Der Verein hat zum Jahreswechsel 195 Mitglieder, davon 15% Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre, 46% zwischen 19 und 40 Jahren und 38% über 40 Jahren. Der Verein konnte endlich mit den Hamburger Behörden eine Pachtverlängerung für das Grundstück um weitere 25 Jahre vereinbaren. Damit ist die Grundlage für die Zukunft des Vereines gesichert. Es werden ein weiterer Renndoppelzweier, ein Trainings-Einer und ein gesteuerter Doppeldreier getauft.

Der Verein hat zum Jahreswechsel 195 Mitglieder, davon 15% Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre, 46% zwischen 19 und 40 Jahren und 38% über 40 Jahren. Der Verein konnte endlich mit den Hamburger Behörden eine Pachtverlängerung für das Grundstück um weitere 25 Jahre vereinbaren. Damit ist die Grundlage für die Zukunft des Vereines gesichert. Es werden ein weiterer Renndoppelzweier, ein Trainings-Einer und ein gesteuerter Doppeldreier getauft.

Unsere überarbeitete und modern gestaltete Web-Site wird wieder scharf geschaltet. Ein Redaktionssystem ermöglicht es Mitgliedern, eigene Beiträge online zu schreiben und die Site aktuell zu halten (http://www.teichwiesen.de).
 
2003   Nach längerer Vorbereitung kann nun die Erneuerung des bereits 25 Jahre alten Steges in Angriff genommen werden. Der HSB gewährt einen Zuschuss und ein zinsloses Darlehen. Im Juli werden der alte Steg demontiert, die 14 Eichenpfähle eingerammt und anschließend durch Eigenarbeit der neue Steg fertig gestellt. Damit können wir uns nun wirklich blicken lassen!

Im März werden erstmalig die "Speedrows" in Hamburg auf der Binnenalster ausgetragen. Bei eiskaltem Wind versinkt der Achter des RVT in einem geliehenen Boot, welches weder den Wellen noch dem Gewicht der Mannschaft gewachsen war, in den eiskalten Fluten.

Im April stirbt nach langer und schwerer Krankheit unser langjähriges Mitglied Jürgen Runge, kurz vor seinem 60. Geburtstag. Er hat sich 33 Jahre lang wie kein anderer in unseren Verein eingebracht und war einer der aktivsten Wanderruderer.

Die B-Junioren Andre Heyden und Robert Stuart fahren für den RVT und den SRVT einen Sieg bei der DRV-Regatta in Schwerin ein. Auch dieses Jahr veranstaltet der RVT das jährliche Abrudern des AAC/NRB und bewirtet ca. 100 Ruderer in 22 Booten von 12 Vereinen.
 
2004   Der Mitgliederbestand hat sich zum Jahreswechsel um weitere 13 Mitglieder auf nunmehr nur noch 180 verringert, was vor allem zu Lasten der jungen Jahrgänge geht. An der Teichwiesen-Schule ist von der Schließung bedroht; die Ruderlehrer verlassen die Schule; es findet keine Ruderausbildung mehr statt und der SRVT, Ursprung unseres Vereines, hört damit auf zu existieren. Christiane Weber baut jedoch seit Frühjahr 2000 an der Wolfgang-Borchert-Schule eine neue Schülerrudergruppe auf.
 

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